1. Vorwort des Herausgebers
2. Marktübliche Konditionen
3. Hinweise zum Urheberrecht

1. Vorwort des Herausgebers

Der Nutzer wird ersucht darauf zu achten, daß es sich dabei nicht um den Marktwert individueller Arbeit handelt, sondern dem Fotografen und Fotonutzer bei der Beurteilung hilft, indem hier die Durchschnittswerte der in Österreich bezahlten Nutzungshonorare dargestellt werden. Es handelt sich bei den angeführten Honoraren nicht um Arbeits- sondern um Nutzungshonorare.
Sie sind weder Tarife noch Preisempfehlungen, sondern ausschließlich eine Orientierungshilfe über die Höhe der durchschnittlichen Nutzungshonorare (Lizenzen), wie sie auf dem Markt gefordert und allgmein bezahlt werden.
Der Herausgeber und Betreiber haftet nicht für allfällige Fehler dieses Rechners jeglicher Art.

2. Marktübliche Konditionen
Allgemein
  • Bei Auftragsaufnahmen sind in der Regel die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Fotografen (siehe Anhang) Vertragsgrundlage; ansonsten jene der jeweiligen Bildlieferanten/Bildagenturen.
  • Die angegebenen Honorare gelten für die einmalige Nutzung innerhalb des definierten Nutzungsumfanges und -zeitraumes. Zusätzliche Nutzungen sind entsprechend dem jeweiligen Nutzungszweck erneut honorarpflichtig.
  • Die Nutzungshonorare (Lizenzen) sind für Farbvorlagen und Schwarz-Weiß-Vorlagen identisch.
  • Die Nutzungshonorare (Lizenzen) verstehen sich netto (ohne Mehrwertsteuer) in EURO und beziehen sich auf ein einzelnes Bild.
  • Soweit nichts anderes angegeben ist, umfassen die Honorare keine Aufnahme- oder sonstigen Werkhonorare (Bearbeitungsgebühren etc.).
  • Die Herstellerbezeichnung muss sowohl bei analogen als auch digitalen Vervielfältigungen eine zweifelsfreie Zuordnung des(r) Lichtbildes (r) zum Bildhersteller gewährleisten (§ 74 Abs 3 UrhG); ansonsten wird ein Zuschlag wie bei deren Unterlassung (plus 100%; siehe unten) verrechnet.
  • Die Nutzung von Personenaufnahmen in der Werbung darf nur nach gesonderter Vereinbarung erfolgen.
  • Die Bildvorlagen werden, falls nichts anderes ausdrücklich vereinbart ist, dem Vertragspartner nur leihweise zur Verfügung gestellt und sind auf dessen Gefahr und Kosten rücksendepflichtig.
  • Die Nutzungshonorare (Lizenzen) beziehen sich nur auf Standardbildmaterial und nicht auf Exklusivmaterial etc.; hier werden üblicherweise Zuschläge verrechnet. Siehe unten.
  • PDF-Downloads: Die Anzahl der vereinbarten Downloads entspricht der Auflagenhöhe.

    Zuschläge

    Die Zuschläge beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der Nutzung aktuelle Grundhonorar der jeweiligen Nutzung.
    Sofern beim jeweiligen Verwendungszweck (Nutzung) nichts anderes angeführt ist, gilt:

    • Exklusivmaterial: Aufpreis nach Vereinbarung
    • außergewöhnliche und/oder nicht oder nur schwer wieder zu beschaffende Aufnahmen: Aufpreis nach Vereinbarung
    • kostenintensive Aufnahmen (Reisekosten, technischer Aufwand, Materialaufwand, Aufnahmeformat, Luftaufnahmen, wetterabhängige Aufnahme etc.): Aufpreis nach Vereinbarung
    • Aufnahmen mit Fotomodellen: Aufpreis pro Modell 30 Prozent, ab 4 plus 100 %
    • Luftaufnahmen: Aufpreis nach Vereinbarung, mindestens jedoch plus 100 %
    • Unterwasseraufnahmen: Aufpreis nach Vereinbarung, mindestens jedoch plus 100 %
    • Exklusivrechte (Sperrfristen): Aufpreis nach Vereinbarung, mindestens jedoch 100% auf Lizenz.
    • Weitergaberechte (Syndication): Aufpreis nach Vereinbarung
    • Unterlassene Herstellerbezeichnung: plus 100%
    • nicht gemeldete, weitere Verwendung nach Ablauf der eingeräumten Nutzungsdauer: sowie nicht genehmigte Nutzung: Zuschlag ab 300 %

    Zusätzliche Verwendung in anderen Ländern:
    Zuschläge siehe Tabelle für den jeweiligen Verwendungszweck.
    In der Regel gilt ansonsten:

    • für ein zusätzliches Land: plus 50%
    • Europarechte: plus 100%
    • englischsprachige Weltrechte: plus 100%
    • umfassende Weltrechte: plus 150%

    jeweils bezogen auf das Grundhonorar.

    Nachlässe

    Die Nachlässe beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der Nutzung aktuelle Grundhonorar der jeweiligen Nutzung.
    Sofern beim jeweiligen Verwendungszweck (Nutzung) nichts anderes angeführt ist, gilt:

    • Hintergrundmotiv: nach Vereinbarung
    • Fotocollagen bzw. Composing von vier und mehr Fotos eines Bildlieferanten: 20% Rabatt auf das auflagen- und formatbezogene Honorar
    • wiederholter Abdruck in derselben Ausgabe (z.B. als Inhaltsverzeichnis): 50% Rabatt auf das Honorar des kleineren Abbildungsformates. Wiederholungsnachlässe werden generell nur gewährt, wenn das Originalfoto nicht nochmals angefordert wird und der vereinbarte Zeitraum für die Nutzungsrechte noch nicht überschritten ist. Wiederholungsnachlässe errechnen sich stets aus den zum Zeitpunkt der Wiederholung gültigen Grundhonoraren.

    Sonstige Kosten

    • Rechnungsumschreibung
    • Blockierungskosten: (Überschreitung der Rückgabefrist pro Tag und Bild)
    • Für Bildauswahlsendungen gemäß Bestellung (zuzüglich Versand oder digitale Übermittlungskosten) verrechnet.
    • Kostenvoranschläge nach Zeitaufwand

    ACHTUNG!

    • Bei allen angeführten Honoraren handelt es sich um Nutzungshonorare in Euro netto ohne Mehrwertsteuer und um KEINE Arbeitshonorare.
    • Bei den angeführten Nutzungshonorare (Lizenzen) handelt es sich um durchschnittliche, marktüblichen Entgelte, wie sie auf dem Markt gefordert und im allgemeinen bezahlt werden, keinesfalls stellen sie Tarife oder Preisempfehlungen dar!
    • Darüber hinaus gibt es in Österreich von der Verwertungsgesellschaft Bildender Künstler (VBK) Nutzungstarife.
    3. Hinweise zum Urheberrecht
    Das Urheberrecht des Fotografen entsteht mit der Schaffung des Lichtbildes und bedarf keiner Förmlichkeiten, wie Eintragung oder Registrierung oder eines so genannten Copyrightvermerks (©).

    Fotografien sind entweder Lichtbildwerke (voller urheberrechtlicher Schutz) oder "einfache Lichtbilder" (vermindertes Leistungsschutzrecht). Jedes Lichtbildwerk ist gleichzeitig aber auch ein einfaches Lichtbild und der Fotograf kann sich aussuchen, ob er Urheberrechtsschutz oder Leistungsschutz in Anspruch nimmt. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in der Dauer des Schutzes.

    Seit Art.6 Schutzdauer-Richtlinie, aber vor allem der so genannten "Eurobike-Entscheidung" des OGH vom 12.9.2001, ist (nahezu) jedes Foto ein Lichtbildwerk und genießen ALLE (wenn auch nicht sämtliche) nur irgendwie gestaltete Aufnahmen den vollen Schutz des Urheberrechts.

    Nutzungsverträge

    Es gibt bezüglich der Rechtverwertung keine Formvorschriften, sondern es besteht weitestgehende Vertragsfreiheit.
    Der Fotograf räumt einem Dritten entweder das Werknutzungsrecht an seinen Aufnahmen ein, dann muss er sich selbst der Nutzung enthalten (was eher unüblich ist) oder er erteilt an Dritte Werknutzungsbewilligungen, das heißt er erlaubt einem Dritten sein Lichtbild zu benützen, darf es aber selbst weiterbenutzen bzw. auch anderen (weitere) Bewilligungen erteilen.
    Beide Formen, sowohl Einräumung des Werknutzungsrechtes als auch Erteilung der Werknutzungsbewilligung, können entweder unbeschränkt oder in räumlicher (für einen bestimmten geografischen Raum), inhaltlicher (für einen bestimmten Verwendungszweck) oder zeitlicher (für eine bestimmte Dauer) Hinsicht beschränkt sein.

    Über den Umfang der vertraglich eingeräumten Nutzung entscheidet der Zweck des Vertrages, im Zweifel erwirbt der Werknutzungsberechtigte nicht mehr Rechte, als für den praktischen Zweck der vorgesehenen Werknutzung notwendig erscheint, dies gilt insbesondere für über Auftrag hergestellte Lichtbilder (OGH 12.4.2000)

    Rechte des Fotografen

    Dem Fotografen/der Fotografin stehen als Urheber folgende Rechte zu:
    Verwertungsrechte
    das ausschließliche Recht (Untersagungs- bzw. Verbotsrecht), seine Aufnahmen

    • zu vervielfältigen (auch Bild-vom-Bild-Kopien, Speichern auf der Festplatte),
    • zu verbreiten (seine Fotos zu verkaufen, verschenken),
    • zu vermieten (die Aufnahmen zu Erwerbszwecken anderen zu überlassen),
    • zu senden (seine Fotos im Fernsehen auszustrahlen, Hotel-Videos),
    • vorzuführen (seine Fotos öffentlich durch optische Einrichtungen, wie Bildprojektoren etc. zu zeigen),
    • zur Verfügung zu stellen (Die Nutzung von Lichtbildern im Internet ist grundsätzlich dem Urheber vorbehalten; OGH 17.12.2002),
    • zu bearbeiten (an seinen Lichtbildern Änderungen wie Ausschnitte, Format- oder Farbänderungen, die nicht der Verkehrsauffassung entsprechen, vorzunehmen.

    Persönlichkeitsrechte

    • Urheberbezeichnung/Namensnennung
    • Werkschutz (Änderungsverbot)
    • Anerkennung der Urheberschaft, wenn diese bestritten oder das Lichtbild einem anderen zugeschrieben wird.

    Das Urheberrecht kennt weiters noch Vergütungsansprüche, hier kann der Fotograf/Fotografin die Nutzung der Aufnahmen nicht verbieten, hat aber einen Anspruch auf angemessene Vergütung. Diese kann nur von so genannten Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden: Leerkassettenvergütung, Reprographievergütung, Schulbuchvergütung etc.

    Dauer des Lichtbildschutzes

    Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers/Fotografen.
    (Die Schutzdauer bei einfachen Lichtbildern, was heute keine praktische Bedeutung hat, beträgt 50 Jahre nach dem Zeitpunkt der Herstellung bzw. wenn die Veröffentlichung innerhalb dieser Frist erfolgt, 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung).

    Eigentum am Negativ

    Grundsätzlich ist der Fotograf Eigentümer des Negatives (Diapositiv, Chip etc); dies gilt mangels anderer Vereinbarung auch für Auftragsaufnahmen und selbst dann, wenn der Auftragsgeber das Material zur Verfügung gestellt hat.

    Archivierung

    Den Fotografen trifft eine Verpflichtung zur Archivierung nur dann, wenn er dies entweder vereinbart hat oder wenn sich dies aus dem Zweck des Vertrages ergibt und der Kunde nach objektiven Gesichtpunkten erwarten kann, dass der Fotograf das Negativ (oder ein anderes Speichermedium) zumindest eine bestimmte Zeit hindurch aufbewahrt.

    Angemessenes Entgelt

    Wer unbefugt ein Lichtbild benutzt, hat auch wenn ihn kein Verschulden trifft, dem Verletzten (Fotografen/Rechteinhaber), dessen Einwilligung einzuholen gewesen wäre, ein angemessenes Entgelt zu bezahlen (§ 86 UrhG). Das angemessene Entgelt ist nach herrschender Rechtssprechung jenes Entgelt, das üblicherweise für eine vergleichbare Nutzung im Falle einer im Voraus eingeholten Nutzungsbewilligung vertraglich vereinbart worden wäre. Es entspricht somit dem üblichen „Marktpreis", wobei der Bekanntheitsgrad des Fotografen, Umfang der Nutzung und sonstige maßgebliche Umstände zu berücksichtigen sind. Es ist verschuldensunabhängig! Zur Bemessung des „Angemessenen Entgeltes" werden üblicherweise in Deutschland die von der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing herausgegebenen „Bildhonorare" herangezogen; in Österreich die von der Bundesinnung der Fotografen im Zweijahresrhythmus herausgegebenen „Veröffentlichungshonorare im Fotografengewerbe in Österreichs".